3 einfache Tipps für die gelungene Beziehung mit nervigen Freunden

ich habe einen Freund, einen Freund der speziellen Art. Wir verbringen viel Zeit miteinander, obwohl es so einige Eigenschaften an ihm gibt , die ich so gar nicht ausstehen kann: Er ist egoistisch, drängt sich gern in den Vordergrund und wenn es mal wichtig ist, dass ich mich konzentriere lenkt er mich auf jede erdenkliche Weise ab. Er hat noch weitere Dinge auf Lager, die es mir manchmal richtig schwer machen: Er plappert dazwischen, lässt keine anderen Meinungen zu und wird schnell ausfallend.Dies ist nur ein kleiner Auszug seiner Fähigkeiten.  Meine Güte! wirst Du jetzt denken. Warum verbringt sie dann so viel Zeit mit ihm? Ich habe schon oft versucht mich zu trennen, jedoch mag es es mir nicht so recht gelingen. Er ist hartnäckig. Er redet mir auch überall rein zum Beispiel jetzt gerade in diesen Blogartikel. Er bockt schon den ganzen Tag.

Hast Du auch einen solchen Freund? Nein? Ich wette Du hast auch so eine enge Freundschaft mit so einem Kandidaten.

Mein Freund  heißt Monkey. Monkey Mind. Zu deutsch Affengeist. Er springt mir den ganzen Tag im Schädel herum. Manipuliert mich Dinge zu tun, die ich mir ganz anders vorgenommen habe und ist besonders entzückt wenn es ihm gelingt meine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Kommt es Dir jetzt bekannt vor?

Es gibt Zeiten da bin ich sehr eng mit Monkey und Zeiten in denen ich mich besser abgrenzen kann. Es gibt auch Tage da ist Monkey besonders wild und eigentlich gar nicht mehr zu kontrollieren. Für solche Tage möchte ich Dir ein paar praxiserprobte Erziehungstipps für Deinen Freund mitgeben:

1.Deidentifiziere Dich

Häufig sprechen wir von unserem Monkey Mind als ich- „ich kann mich nicht konzentrieren“,“ ich bin zu faul“ oder sogar „ich bin egoistisch“ Wir sind mit unseren Gedanken, mit unserem Mind identifiziert. Wäre ja kein Problem, wenn unser Mind unterstützend und wohlwollend agieren würde. Tut er aber nicht. Unser Gehirn hat, wenn es sich selbst überlassen ist, eine Primitiv-und Negativtendenz. Für mich ist es hilfreich diesen Anteil in mir getrennt von mir wahrzunehmen , deshalb hat er ja auch einen Namen. Ich erschaffe mir so innerlich einen Abstand und halte mich handlungsfähig . Ich kann so entscheiden, ob ich den Tendenzen von Monkey nachgeben möchte. Falls Dich das Thema Deidentifikation noch mehr interessiert kannst Du hier weiterlesen.

2. Schaffe Sinn

„Im Gegensatz zum Tier sagen dem Menschen keine Instinkte, was er muss, und im Gegensatz zum Menschen von gestern sagen dem Menschen von heute keine Traditionen mehr, was er soll. Nun, weder wissend, was er muss, noch wissend, was er soll, scheint er oftmals nicht mehr recht zu wissen, was er im Grunde will.“ – so legt Viktor Frankl die Ausgangssituation treffend dar. Wenn wir in einzelne Beschäftigungen oder Aufgaben abtauchen entfällt uns häufig der Sinn. Es stellen sich dann Fragen wie:Warum mache ich das überhaupt ? Will ich das überhaupt? Und schon sind wir im Widerstand und der Geist schweift von der Aufgabe ab. Gerade wenn wir uns selbst zu Erledigungen anhalten müssen, aber auch wenn eine starke Steuerung von außen wie z.B. strenge Vorgaben vom Chef uns lenken, geht uns der Sinn häufig ab und wir verlieren uns. Sinn schafft hier Fokus und Motivation. Ich nehme mir täglich kurz Zeit um meine Ziele zu visualisieren und mit Sinn aufzuladen. Ich frage mich einfach zu meinen Tagesaufgaben: Warum mache ich das? Gibt es hier ein höheres Ziel? Was ist der Sinn der Aufgabe? Hier versuche ich mich an meine übergeordneten sinnstiftenden Ziele zu erinnern zu denen ich ein Leitbild verfasst habe. Ganz praktisch z.B. für diesen Blogartikel kamen mir heute morgen diese Dinge in den Sinn: „Ich sorge dafür, dass ich mein höchstes Potential entfalte, auch in unwegbaren Situationen und unterstütze andere Menschen dabei, ihren Weg zum Ihrem höchsten Potential zu entdecken.“Dieser Gedanke lädt mich auf und schafft Verbindung.

Um hier den Effekt zu spüren empfehle ich Dir täglich eine kleine Runde Sinnstiftung einzulegen.Zusätzlich richte ich es mir am Anfang der Woche ein besonders sinnstiftende Projekte und Herzensangelegenheiten in meinen Terminplaner einzutragen, so kann sich über die Woche im Alltag gar nicht so viel unwichtiger Krams in meine Zufriedenheit einmischen.

3.Erhöhe Deine Lebensenergie

Im Yoga unterscheiden wir zwischen verschiedenen Geisteszuständen, wenn wir in niedersten Zustand herumirren, ist der Mind depressiv und unklar. Umso mehr wir schaffen unsere Lebensenergie zu steigern gelangen wir in die höheren Zustände, die sich durch Klarheit, Ausrichtung und Ausdauer auszeichnen. Du kannst Deine Lebensenergie, Dein Prana mit einfachen Methoden aufladen: Unterbrich Deine Routine mit einer Atemübung oder einer einfachen Yogaübung. Schon wirst Du spüren, dass Dein Geist wieder gesammelt erscheint.

Ich denke, dass Dein nerviger Freund ähnlich tickt wie meiner und wünsche Dir viel Erfolg bei der Erziehung!

Jessica Chandrika

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Ich hab mich endlich selbst gefunden, ich stand direkt neben mir

endlich ankommen wollen ….im Urlaub….im Feierabend oder sonstwo. Kennst Du das auch? Die Sehnsucht endlich anzukommen? Alles hinter Dir lassen, was Du nicht magst? Den Job, den stressigen Alltag oder nervige Verpflichtungen? Oder den Gedanken einfach mal bei Dir selbst anzukommen?  Dich wahrzunehmen ohne Ablenkung. Wir wünschen uns an einen Ort,den wir einfach lieber mögen, als das was uns gerade in der Realität erwartet.Manchmal ist es aber auch so, dass wir obwohl wir im Urlaub oder schon im Feierabend sind ,noch mit dem Kopf in anderen Situationen gefangen bleiben, die wir gar nicht so gern mögen. Eine Beleidigung, eine ungelöste Aufgabe im Job oder der Trubel im Straßenverkehr, wir sind dort. Häufig nehmen wir solche Situationen als Leid wahr und wir haben Stress, wir werden unruhig oder müde, weil die Realität nicht die ist, die wir uns wünschen oder die Realität nicht verschwindet, die wir nicht mögen.

So teilen wir das Leben in raga und dvesha, in Habenwollen und Nicht-Habenwollen ein.Im Yoga beschreiben wir dies alles als Aktivitäten des Geistes (vritti) und das Leid, das wir durch diese Unterteilung spüren,bezeichnet die yogische Philosophie als kleshas. Dieses Leid entsteht durch unseren Grundirrtum,dass wir glauben wir sind, was wir wahrnehmen:Name, Körper, Gedanken oder Emotionen. Wir formulieren innere Strategien, was wir mögen und nicht mögen. Der Zustand unseres Bewusstseins ist jedoch sehr wechselhaft. Das, was wir im einen Moment abgöttisch verlangen, kann im nächsten Moment ein Gefühl des Hasses oder des Überdrusses erzeugen. Wir sehen immer nur eine Seite der Münze.Wir schwanken, unsere Gedanken, unsere Emotionen und das was wir als Ich bezeichnen ist nicht stabil. Wir erleben ein Auf und Ab und leiden. Auch schöne Gedanken können uns verwirren: wir finden etwas so schön, dass wir nach einer ständige Wiederholung verlangen, falls dies nicht geschieht, weil z.B. der Jahresurlaub verbraucht ist , setzt der innere Sturm ein. 

Hier findet eine Verwechslung statt, eine Verwirrung. Wir identifizieren uns mit dem Wahrgenommenen. Doch wenn ich das alles nicht bin, was oder wer bin ich dann? fragst Du Dich vielleicht jetzt. Und wie kann ich mich in den Tiefen meines Dramas daran erinnern wer ich wirklich bin ? 

Du bist das reine Gewahrsein dahinter. Vielleicht magst Du mal hinein spüren: Wer beobachtet dies alles? Es scheint jemanden zu geben, der dies beobachten kann. All die Emotionen. All die Gedanken . All die Handlungen. Wenn es jemand gibt, der dies beobachtet muss es ja jemand sein, der außerhalb dieser Szenen besteht. Wenn Du einen Fahrradfahrer auf der Straße beobachtest, kannst Du ganz klar erkennen,dass Du nicht der Radfahrer bist, Du bist der Beobachter.

Indem wir das Erlebte als Ich benennen, findet genau diese Verwirrung unseres Geistes statt, wir denken wir sind der Radfahrer, obgleich wir eigentlich nur der Betrachter sind.

 Nun bist Du gerade schon dabei die erste Übung zu praktizieren: Nimm den Beobachter wahr. Wenn die Wellen des Dramas über Dir zusammenschlagen, gehe auf die Suche nach dem Beobachter. 

Der Sog unserer Gedanken und Emotionen sind mächtig. Um immer mehr Bewusstsein für diesen Prozess zu entwickeln hilft es, kleine Breaks in den Tag einzubauen, kleine Bewusstseins-Tankstellen. Eine Minute reicht aus. 

Hier noch eine kleine Übung für Dich: 

Schule Deinen Beobachter, gehe von außen nach innen. Nimm die Geräusche in Deiner Umgebung wahr, gehe von einem Geräusch zum nächsten, ohne die Quelle zu erforschen, 

danach lausche auf die Geräusche Deines Körpers,höre auf Deinen Atem, vielleicht kannst Du auch Deinen Pulsschlag hören,

Wenn Du Gefühle wahrnimmst, nimm genau wahr, wo Du diese spürst, im Bauch? Oder im Brustraum? Wiederhole dann den Satz: Gefühl im Bauch, Gefühl im Bauch, achte darauf, egal was für ein Gefühl Du wahrnimmst nur das Wort Gefühl zu nutzen, nicht das genaue Gefühl wie Wut oder Angst zu benennen. Konzentriere Dich auf das jeweilige Körperteil und sage Dir :Gefühl im…. Lenke Deine Aufmerksamkeit für ein paar Minuten von einem Teil zum anderen.

Mir hilft es im Alltag ganz besonders mir kleine Seperatoren zu setzen: wenn ich z.B.von der Arbeit nach Hause komme, einen Moment der Stille. So trenne ich die einzelnen Tagesabschnitte voneinander und schaffe Raum, um anzukommen.

So schulst Du Deinen Beobachter und kannst bei regelmäßiger Übung wahrnehmen, wie sich immer mehr Raum für Bewusstsein und Zufriedenheit entwickelt. 

Ich wünsche Dir für Deine Zeit ganz viel Raum und Ankommen…

Jessica Chandrika